Jaja, der Phil.... keinen Plan kann er einhalten! Jedenfalls inspiriert (kopiert könnte man auch sagen) von meinem Mitblogger denke ich, es ist sinnvoll, einige Kernsätze vom Sacrosanctum Concilium hier niederzuschreiben. Schließlich scheint teilweise eine gewisse Unklarheit darüber, was das Konzil eigentlich wollte, zu herrschen. Da gibt es einige (ich habe das sogar mal aus dem Mund - oder eher der Feder - eines Bischofs gehört bzw gelesen), die behaupten, das Konzil hätte dem Frauenpriestertum und ähnlichem den Weg geebnet. Andere meinen, das Konzil wollte eigentlich an der Liturgie nichts ändern, vielleicht hier und da die Gläubigen zur besseren Teilnahme ermahnen, aber mehr nicht. Originaltexte können sperrig sein, aber sie sind, um solche Fragen zu klären, ein guter Anfang.
I. Leitmotive der Liturgiereform
(Auszüge aus der Konstitution Sacrosanctum Concilium, SC)
SC Nr. 14: ''Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk'', "das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk" (1 Petr 2,9; vgl. 2,4-5) ''kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist. Diese volle und tätige Teilnahme des ganzen Volkes ist bei der Erneuerung und Förderung der heiligen Liturgie aufs stärkste zu beachten, ist sie doch die erste und unentbehrliche Quelle, aus der die Christen wahrhaft christlichen Geist schöpfen sollen. Darum ist sie in der ganzen seelsorglichen Arbeit durch gebührende Unterweisung von den Seelsorgern gewissenhaft anzustreben. Es besteht aber keine Hoffnung auf Verwirklichung dieser Forderung, wenn nicht zuerst die Seelsorger vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind und in ihr Lehrmeister werden. Darum ist es dringend notwendig, daß für die liturgische Bildung des Klerus gründlich gesorgt wird....''
SC Nr. 19: ''Die Seelsorger sollen eifrig und geduldig bemüht sein um die liturgische Bildung und die'' tätige Teilnahme der Gläubigen'', die innere und die äußere, je nach deren Alter, Verhältnissen, Art des Lebens und Grad der religiösen Entwicklung. Damit erfüllen sie eine der vornehmsten Aufgaben des treuen Spenders der Geheimnisse Gottes. Sie sollen ihre Herde dabei nicht bloß mit dem Wort, sondern auch durch das Beispiel führen.''
SC Nr. 21 ''Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die Fülle der Gnaden mit größerer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgfältig in die Wege zu leiten. Denn die Liturgie enthält einen kraft göttlicher Einsetzung unveränderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind. Diese Teile können sich im Laufe der Zeit ändern, oder sie müssen es sogar, wenn sich etwas in sie eingeschlichen haben sollte, was der inneren Wesensart der Liturgie weniger entspricht oder wenn sie sich als weniger geeignet herausgestellt haben. Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, daß sie ''das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen'', und so, daß das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann....''
II. Zur Reform der Messe:
[Sacrosanctum Concilium, KAPITEL II (SC Nr. 22, 40, 47-56; ohne Anmerkungen)]
DAS HEILIGE GEHEIMNIS DER EUCHARISTIE
22, § 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.
40. Da jedoch an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Verhältnissen eine tiefer greifende und deswegen schwierigere Anpassung der Liturgie dringlich ist, soll beachtet werden:
1) Die für die einzelnen Gebiete im Sinne von Art. 22 § 2 zuständige kirchliche Autorität möge sorgfältig und klug erwägen, welche Elemente aus Überlieferung und geistiger Anlage der einzelnen Völker geeignet sind, zur Liturgie zugelassen zu werden. Anpassungen, die für nützlich oder notwendig gehalten werden, sollen dem Apostolischen Stuhl vorgelegt und dann mit dessen Einverständnis eingeführt werden.
2) Damit die Anpassung aber mit der nötigen Umsicht geschehe, wird der kirchlichen Autorität des betreffenden Gebietes vom Apostolischen Stuhl die Vollmacht erteilt werden, gegebenenfalls in gewissen dazu geeigneten Gemeinschaften für bestimmte Zeit die notwendigen Vorversuche zu gestatten und zu leiten.
3) Weil vor allem in den Missionsländern die Anpassung liturgischer Gesetze besondere Schwierigkeiten mit sich zu bringen pflegt, sollen bereits bei der Abfassung der Gesetze Sachverständige aus dem betreffenden Fachgebiet herangezogen werden.
47. Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er überliefert wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, um dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauern zu lassen und so der Kirche, seiner geliebten Braut, eine Gedächtnisfeier seines Todes und seiner Auferstehung anzuvertrauen: das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird.
48. So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, dass die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewußt, fromm und tätig mitfeiern, sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden. Sie sollen Gott danksagen und die unbefleckte Opfergabe darbringen nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darbringen lernen. So sollen sie durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schließlich Gott alles in allem sei.
49. Damit also das Opfer der Messe auch in der Gestalt seiner Riten seelsorglich voll wirksam werde, trifft das Heilige Konzil im Hinblick auf die mit dem Volk gefeierten Messen, besonders jene an Sonntagen und gebotenen Feiertagen, folgende Anordnungen.
50. Der Mess-Ordo soll so überarbeitet werden, daß der eigentliche Sinn der einzelnen Teile und ihr wechselseitiger Zusammenhang deutlicher hervortreten und die fromme und tätige Teilnahme der Gläubigen erleichtert werde. Deshalb sollen die Riten unter treulicher Wahrung ihrer Substanz einfacher werden. Was im Lauf der Zeit verdoppelt oder weniger glücklich eingefügt wurde, soll wegfallen. Einiges dagegen, was durch die Ungunst der Zeit verlorengegangen ist, soll, soweit es angebracht oder nötig erscheint, nach der altehrwürdigen Norm der Väter wiederhergestellt werden.
51. Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden.
52. Die Homilie, in der im Laufe des liturgischen Jahres aus dem heiligen Text die Geheimnisse des Glaubens und die Richtlinien für das christliche Leben dargelegt werden, wird als Teil der Liturgie selbst sehr empfohlen. Ganz besonders in den Messen, die an Sonntagen und gebotenen Feiertagen mit dem Volk gefeiert werden, darf man sie nicht ausfallen lassen, es sei denn, es liege ein schwerwiegender Grund vor.
53. Nach dem Evangelium und der Homilie soll - besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen - das "Allgemeine Gebet" oder "Gebet der Gläubigen" wiedereingeführt werden, damit unter Teilnahme des Volkes Fürbitten gehalten werden für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt.
54. Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 dieser Konstitution in den mit dem Volk gefeierten Messen ein gebührender Raum zugeteilt werden, besonders in den Lesungen und im "Allgemeinen Gebet" sowie je nach den örtlichen Verhältnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen. Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Mess-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können. Wenn indes darüber hinaus irgendwo der Gebrauch der Muttersprache bei der Messe in weiterem Umfang angebracht zu sein scheint, so ist die Vorschrift des Artikels 40 dieser Konstitution einzuhalten.
55. Mit Nachdruck wird jene vollkommenere Teilnahme an der Messe empfohlen, bei der die Gläubigen nach der Kommunion des Priesters aus derselben Opferfeier den Herrenleib entgegennehmen. Unbeschadet der durch das Konzil von Trient festgelegten dogmatischen Prinzipien kann in Fällen, die vom Apostolischen Stuhl zu umschreiben sind, nach Ermessen der Bischöfe sowohl Klerikern und Ordensleuten wie auch Laien die Kommunion unter beiden Gestalten gewährt werden, so etwa den Neugeweihten in der Messe ihrer heiligen Weihe, den Ordensleuten in der Messe bei ihrer Ordensprofess und den Neugetauften in der Messe, die auf die Taufe folgt.
56. Die beiden Teile, aus denen die Messe gewissermaßen besteht, nämlich Wortgottesdienst und Eucharistiefeier, sind so eng miteinander verbunden, daß sie einen einzigen Kultakt ausmachen. Daher mahnt die Heilige Versammlung die Seelsorger eindringlich, sie sollen in der religiösen Unterweisung die Gläubigen mit Eifer belehren, an der ganzen Messe teilzunehmen, vor allem an Sonntagen und gebotenen Feiertagen.
Diese Zusammenstellung ist keineswegs vollkommen. Sie soll eher einladen, die Konstitution zu lesen, wenn man das noch nicht getan hat (Tolle, Lege)
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Dienstag, 14. Oktober 2008
Geplantes
Tut mir leid, daß jetzt länger nichts kam. Ich bin gerade etwas im Physikerstreß und habe (was ja nicht unbedingt negativ ist) diesbezüglich wieder mal etwas Blut geleckt.
Wie es hier weitergeht?
- Der Artikel von Franz Norbert Otterbeck wird fortgesetzt.
- Davor möchte ich eine Reihe zum Redemtionis Sacramentum beginnen. Ich denke, es ist sinnvoll, einerseits sozusagen eine Kurzfassung dieses wichtigen Dokumentes zu haben (was das selber lesen mehr animieren denn ersetzen will), andererseits auch über die Punkte, die dort aufgelistet sind, zu sprechen und so die Hintergründe zu den dortigen Vorschriften zu beleuchten.
- Von Herrn Stephan Fleischer werde ich recht bald einen weiteren Gastartikel hierher aufnehmen.
- Falls Fragen/Anregungen oder gar Wünsche, mitzumachen bestehen, könnt ihr Euch gerne über die Kommentarfunktion oder via Mail melden.
Wie es hier weitergeht?
- Der Artikel von Franz Norbert Otterbeck wird fortgesetzt.
- Davor möchte ich eine Reihe zum Redemtionis Sacramentum beginnen. Ich denke, es ist sinnvoll, einerseits sozusagen eine Kurzfassung dieses wichtigen Dokumentes zu haben (was das selber lesen mehr animieren denn ersetzen will), andererseits auch über die Punkte, die dort aufgelistet sind, zu sprechen und so die Hintergründe zu den dortigen Vorschriften zu beleuchten.
- Von Herrn Stephan Fleischer werde ich recht bald einen weiteren Gastartikel hierher aufnehmen.
- Falls Fragen/Anregungen oder gar Wünsche, mitzumachen bestehen, könnt ihr Euch gerne über die Kommentarfunktion oder via Mail melden.
Montag, 29. September 2008
Was bewirkt das Motu proprio des Papstes?
Als Debut hier einige sehr interessante Gedanken zum Summorum Pontificum von unserem neuen Mitstreiter, F.N.Otterbeck:
Ein Motu proprio hat die „alte Messe“ 2007 wieder freigegeben. Das ist ein päpstlicher Gesetzgebungsakt aus eigenem Entschluss („motu proprio“). Aber was soll das bezwecken? Nach langen Jahrhunderten liturgischer Erstarrung war die Liturgiereform eine Großtat, eine Wohltat, wie der Papst der Liturgiereform, Paul VI., schon am 19. April 1967 mit Recht („Deus id vult“) vor dem zuständigen Consilium formulierte. „Die ersten Ergebnisse der Liturgiereform sind ... wahrhaft trostvoll und voller Verheißung“. Nachhaltige Akzeptanz für das, was etwa Guardini, Beauduin, Martimort oder Vagaggini wollten, fehlt aber nach wie vor. Das zeigte auch eine Veranstaltung zum Thema beim Katholikentag (DT vom 27. Mai 2008). Daher genügt es nicht, nur hin und wieder von „Missbräuchen“ der erneuerten Liturgie zu reden. Wo endet legitime Umsetzung der pastoral orientierten Texte in die Praxis? Wo beginnt der „Missbrauch“? Ist es etwa kein permanenter Missbrauch des Sakraments, die römische Messe ohne und gegen Papst und Bischöfe zu feiern, wie es die Lefebvre-Priester mindestens seit 1974 unentwegt tun? Dazu und zu anderen Fragen hat Arnold Angenendt in dem von Albert Gerhards herausgegebenen Buch zum Motu proprio von 2007 kluge Ausführungen gemacht. Liturgie muss andererseits Abstand zum Alltag sogar gewährleisten. Die Reform hat offenkundig wesentliche Ziele noch nicht erreicht. Anstatt dass Priester und Getaufte „die Messe beten“ (Pius X.), betet zu oft fast niemand mehr in der Messe. Eine gründliche Besinnung auf den Zweck der Liturgie ist also angezeigt. Und das kann von Liturgiewissenschaftlern allein so wenig geleistet werden wie das Bibelverständnis nur durch Exegeten zur Welt gebracht wird.
Zur Erinnerung: Den vielzitierten „Federstrich“, mit dem Papst Paul VI. willkürlich eine Art von Zerstörung des Kultes ausgelöst habe, indem er „die Messe“ verwarf, den hat es nie gegeben. Erst im Oktober 1974 gab die Gottesdienstkongregation eine kurze Notiz heraus („Bekanntgabe“), dass Ausnahmegenehmigungen, um die Messe mit Volk nach dem vorherigen Messbuch von 1962 zu feiern, seitens des Vatikan fortan unerwünscht seien. Mehr nicht. Das war eine Maßnahme der Disziplin, um Gehorsam gegenüber Papst und Konzil einzuschärfen. Aus demselben Motiv heraus warb Papst Benedikt im Vorjahr um „Freigabe“ der alten Messe und ermöglichte sie rechtswirksam. Die „neue Messe“ sollte die alte überall ersetzen und so geschah es. (Um genau zu sein: „Novus Ordo promulgatus est, ut in locum veteris substitueretur post maturam deliberationem, atque ad exsequendas normas quae a Concilio Vaticano II impertitae sunt. Haud dissimili ratione, Decessor Noster S. Pius V post Concilium Tridentinum Missale auctoritate sua recognitum adhiberi iusserat“; so der Papst im Konsistorium am 24. Mai 1976.(1))
Im Wesentlichen bleibt es dabei. Aber ein Verbot im Sinne einer Negation der Tradition gab es nicht, kann es gar nicht geben. Auch das vielzitierte Ratzingerwort „Aus meinem Leben“ (dass „das Verbot“ geschadet habe) wird durch den Begleitbrief zum o.g. Motu proprio entschärft. Denn die liturgische Tradition darf nicht ausgewählt betrachtet werden, sie kann nur aus der vitalen Gesamtperspektive begriffen werden. „Lex credendi statuat lex supplicandi“, so Prosper von Aquitanien. Der Glaube setzt dem Beten das Maß. Das Beten gibt aber auch über den Glauben zuverlässig Auskunft. Das ist das Anliegen des Papstes heute. Er repariert also die echte Tradition, aber nicht eine frei erfundene, selbstgebastelte „Tradition“.
Auch das Missale Romanum von 1970 stellte sich, wie der damalige Papst mit dem Namen des Völkerapostels immer wieder betont hat, bewusst unter die „Norm der Väter“ (vgl. Sacrosanctum Concilium, Nr. 50). Aber die zugleich vernünftigerweise vom Konzil geforderte Anpassung an die Erfordernisse heute hat in die allseits bekannten Problemzonen geführt, jedenfalls im europäisch geprägten Umfeld. Eigentlich ist die „neue“ Messe ja traditionstreuer als die „alte“, wie P. Guy Oury OSB schon 1975 formulierte. Denn sie holt Schätze älterer Tradition herauf. Einfallstor für jedwede Kreativität in der Liturgie war wohl die zu spontane Interpretation des heutigen Kontextes. Die Kirche in der „Welt von heute“ ist aber die, die das III. Jahrtausend in den Blick nimmt, nicht bloß die Moden einer längst wieder versunkenen Popkultur zu Beginn der 1970-er Jahre.
„Duc in altum!“ Es geht wieder um das Zeugnis, um die Mission ins weite Land. Von Jugend auf war Papst Paul, der von Traditionalisten und auch Modernisten meistgeprügelte, der echten liturgischen Bewegung eng verbunden, nicht zuletzt vermittelt durch den Oratorianerpater Giulio Bevilacqua aus Brescia. Dazu hat das Istituto Paolo VI schon 1987 eine bemerkenswerte Publikation veröffentlicht. Der Konzilspapst hat die Liturgiereform auch mit derselben höchstpersönlichen Kompetenz durchgesetzt, die Papst Benedikt heute, außer in „Fachkreisen“, niemand abspricht. Weder die liturgische Bewegung noch die Liturgiewissenschaft sind letztlich normativ für den Kult der Kirche. Hier gilt a priori die „Norm der Väter“, wenn auch im Horizont der jeweiligen Epoche. Es geht aber auch heute nicht um Selbstgemachtes, sondern vorrangig um die österliche Sonntagsfeier! Deren von päpstlicher Fürsorge gestützte Wiederentdeckung könnte für uns zum Auftakt einer neuen liturgischen Bewegung werden. Das bedeutet aber nicht, dass die still gelesene „Winkelmesse“ die Massen je bewegen wird. Im Gegenteil, das tat sie nie, seit Jahrhunderten nicht mehr. Aber auch die stille Messe hat einen Ort in der Kirche, selbst wenn ihre besonders rabiaten Freunde manchmal in den Schatten eines zweifelhaften „Spätjansenismus“ geraten.
Soll man Prognosen abgeben? Der militante Traditionalismus geht seinem Ende entgegen, der militante „Liturgiemodernismus“ aber umso mehr. Der gegenwärtige Papst hat mit „Summorum pontificum“ eine notwendige Korrektur verfügt, die aber erst jetzt auf Akzeptanz hoffen kann. Die Maßnahme kommt zur richtigen Zeit, wider alle liturgischen Legenden.
So völlig unproblematisch ist es nicht, dass zu örtlichen Pluralitäten (man nehme nur das Extrembeispiel des eigenen Messbuchs für den Kongo) auch noch eine „Pluralität der Traditionsstände“ hinzutritt. Manche baten schon zu Beginn der 1970-er Jahre um mehr Toleranz für die alte Messe. Annibale Bugnini, der Manager der Liturgiereform, gesteht in seinem (deutsch 1988) publizierten Rückblick auch ein, dass man damals sogar größeres Wohlwollen erwogen habe. Aber der Widerstand der Extremen gegen die neue Messordnung war fanatisch, wahrscheinlich sogar kaum mehr christlich motiviert. Schon am 8. September 1976 fragte Jean Guitton den Papst, ob doch noch ein Zugeständnis an die Opposition möglich sei. Paul VI. antwortete aber entschieden: ''En apparence cette différend porte sur une subtilité. Mais cette messe dite de Saint Pie V., comme on le voit à Ecône, devient le symbole de la condamnation du Concile. Or, je n'accepterai en aucune circonstance que l'on condamne le Concile par un symbole. Si cette exception était acceptée, le Concile entier sera ébranlée. Et par voie de conséquence l'autorité apostolique du Concile'' (cfr. Paul VI secret, Paris 1979, S. 159 (2)).
Paul VI. hatte also erkannt, dass der Streit um das Konzil geht und die ''alte Messe'' als Kampfmittel dagegen benutzt wird, also kontraproduktiv (vgl. seine berüchtigte Predigt vom 29. Juni 1972). Heute geht es wieder um die Autorität des Konzils, aber unter neuen Aspekten. Mit der breiteren „Freigabe“ des älteren Gebrauch der römischen Liturgie (nicht nur des Messbuchs) werden jetzt wesentliche Einsichten des Konzils, dass nämlich die Christgläubigen in Fragen des Kultes nie völlig rechtlos oder anspruchslos sein können, mit sehr viel Wohlwollen auch auf die „Traditionsfreunde“ des usus antiquior ausgeweitet. Ob das Projekt letztlich funktioniert, hängt nicht zuletzt davon ab, ob auch diese den konzilsgemäß missionarisch fruchtbaren, „modernen“, paulinischen Gebrauch des römischen Ritus allmählich zu respektieren lernen. Nur wegen des Konzils, keineswegs gegen das Konzil, ist für pastorale Sondergruppen heute eine Erweiterung des Spektrums authentischer Liturgie möglich. Das gilt etwa auch für die jüngere liturgische Praxis in kleinen Gemeinschaften (insbesondere des Neokatechumenats). Die bisweilen grobe Lieblosigkeit der Altrituellen aber wäre mit weniger Entgegenkommen als im Sommer 2007 päpstlich publiziert sicherlich nicht mehr zu heilen gewesen.
Dann hätte sich diese „kleine Herde“ mehr und mehr im abseitigen Gestrüpp verfangen; teils missbraucht von „rechtgläubig“ politischer Ideologie, die (nicht immer offen) an das Weltbild eines Charles Maurras oder eines Carl Schmitt anknüpft. Zum Teil wird diese „altgläubige“ Gemeinde sui generis aber auch verführt durch die Erwähltheitsgefühle einer nur pseudo-tridentinisch „katholischen“ Identität, die nur ein gekünsteltes Konstrukt sein kann, eine neue Mutation von „Freikirche“, abseits des wirklichen Glaubenslebens der Una Sancta.
Die alte Liturgie durfte aber nicht „unter die Räuber fallen“. Denn die Messe ist das Werk Gottes für uns, wie das sakramentale Wirken Christi in unserer Mitte überhaupt, und deshalb sakrosankt. Gerade ihre Kontemplation ist als Kampfplatz um den rechten Glauben ungeeignet. Das Messopfer dient immer auch der Kommunion. Der nun eingeleitete Weg führt also hin zu einer nächsten Stufe der Liturgiereform. Das ist ganz im Sinne des heiligen Wegweisers Pius X. und zugleich auch Fortschritt im Sinne des kirchendiplomatischen Entscheiders Paul VI. Der Weg ist vielleicht doch noch viel weiter als „Papa Benedetto“ vermutet hat. Das Erwachen der Kirche in den Seelen beginnt gerade erst. Aber sein Versuch, eine „Hermeneutik des Bruchs“ auszugleichen (ja, manchmal sieht nur Petrus den Weg), ist wohl auf lange Sicht ohne überzeugende Alternative. Denn die Entwicklung der Kirchengeschichte ist, nach John Henry Newman, nicht als dialektische Evolution zu begreifen, sondern sie ist dialogisch konzipiert, development also, immer aggiornamento und approfondissement zugleich.
Der so erkannte Unterschied zu einer etwaigen „Evolutionstheorie“ der Liturgie könnte allzu subtil erscheinen, zählt aber: Zurück zu den Quellen und „zugleich“ Anpassung an die Gegenwart, das ist in der Liturgie nicht etwa angewandte Dialektik, sondern der ausgewogene Weg, trotz aller Sorgen, der einzig gangbare, jenseits vom zelebrierten Archäologismus und jenseits vom antikultischen „Journalismus“.
Übersetzungen:
ad 1.) Die neue Ordnung ist in Kraft getreten, um an die Stelle der alten zu treten, nach reiflicher Erwägung und auch in Durchführung der Regeln, die vom Zweiten Vatikanum erlassen wurde. Ohne abweichende Gründe hat Unser Vorgänger, der Hl. Pius V., mit seiner Autorität das nach dem Konzil von Trient überarbeitete Messbuch gültig herausgegeben.
ad 2.) Der Erscheinung nach beträgt der Unterschied nur eine Winzigkeit. Aber jene Messe, die man "nach Pius V." nennt, wie man das in Ecône sieht, wird zum Symbol der Verurteilung des Konzils. Nun aber weder werde ich unter gar keinem Umstand akzeptieren, dass man das Konzil mittels eines Symbols verurteilt. Wenn diese Ausnahme akzeptiert würde, wird das ganze Konzil erschüttert sein. Und in der Folge die apostolische Autorität des Konzils.
Ein Motu proprio hat die „alte Messe“ 2007 wieder freigegeben. Das ist ein päpstlicher Gesetzgebungsakt aus eigenem Entschluss („motu proprio“). Aber was soll das bezwecken? Nach langen Jahrhunderten liturgischer Erstarrung war die Liturgiereform eine Großtat, eine Wohltat, wie der Papst der Liturgiereform, Paul VI., schon am 19. April 1967 mit Recht („Deus id vult“) vor dem zuständigen Consilium formulierte. „Die ersten Ergebnisse der Liturgiereform sind ... wahrhaft trostvoll und voller Verheißung“. Nachhaltige Akzeptanz für das, was etwa Guardini, Beauduin, Martimort oder Vagaggini wollten, fehlt aber nach wie vor. Das zeigte auch eine Veranstaltung zum Thema beim Katholikentag (DT vom 27. Mai 2008). Daher genügt es nicht, nur hin und wieder von „Missbräuchen“ der erneuerten Liturgie zu reden. Wo endet legitime Umsetzung der pastoral orientierten Texte in die Praxis? Wo beginnt der „Missbrauch“? Ist es etwa kein permanenter Missbrauch des Sakraments, die römische Messe ohne und gegen Papst und Bischöfe zu feiern, wie es die Lefebvre-Priester mindestens seit 1974 unentwegt tun? Dazu und zu anderen Fragen hat Arnold Angenendt in dem von Albert Gerhards herausgegebenen Buch zum Motu proprio von 2007 kluge Ausführungen gemacht. Liturgie muss andererseits Abstand zum Alltag sogar gewährleisten. Die Reform hat offenkundig wesentliche Ziele noch nicht erreicht. Anstatt dass Priester und Getaufte „die Messe beten“ (Pius X.), betet zu oft fast niemand mehr in der Messe. Eine gründliche Besinnung auf den Zweck der Liturgie ist also angezeigt. Und das kann von Liturgiewissenschaftlern allein so wenig geleistet werden wie das Bibelverständnis nur durch Exegeten zur Welt gebracht wird.
Zur Erinnerung: Den vielzitierten „Federstrich“, mit dem Papst Paul VI. willkürlich eine Art von Zerstörung des Kultes ausgelöst habe, indem er „die Messe“ verwarf, den hat es nie gegeben. Erst im Oktober 1974 gab die Gottesdienstkongregation eine kurze Notiz heraus („Bekanntgabe“), dass Ausnahmegenehmigungen, um die Messe mit Volk nach dem vorherigen Messbuch von 1962 zu feiern, seitens des Vatikan fortan unerwünscht seien. Mehr nicht. Das war eine Maßnahme der Disziplin, um Gehorsam gegenüber Papst und Konzil einzuschärfen. Aus demselben Motiv heraus warb Papst Benedikt im Vorjahr um „Freigabe“ der alten Messe und ermöglichte sie rechtswirksam. Die „neue Messe“ sollte die alte überall ersetzen und so geschah es. (Um genau zu sein: „Novus Ordo promulgatus est, ut in locum veteris substitueretur post maturam deliberationem, atque ad exsequendas normas quae a Concilio Vaticano II impertitae sunt. Haud dissimili ratione, Decessor Noster S. Pius V post Concilium Tridentinum Missale auctoritate sua recognitum adhiberi iusserat“; so der Papst im Konsistorium am 24. Mai 1976.(1))
Im Wesentlichen bleibt es dabei. Aber ein Verbot im Sinne einer Negation der Tradition gab es nicht, kann es gar nicht geben. Auch das vielzitierte Ratzingerwort „Aus meinem Leben“ (dass „das Verbot“ geschadet habe) wird durch den Begleitbrief zum o.g. Motu proprio entschärft. Denn die liturgische Tradition darf nicht ausgewählt betrachtet werden, sie kann nur aus der vitalen Gesamtperspektive begriffen werden. „Lex credendi statuat lex supplicandi“, so Prosper von Aquitanien. Der Glaube setzt dem Beten das Maß. Das Beten gibt aber auch über den Glauben zuverlässig Auskunft. Das ist das Anliegen des Papstes heute. Er repariert also die echte Tradition, aber nicht eine frei erfundene, selbstgebastelte „Tradition“.
Auch das Missale Romanum von 1970 stellte sich, wie der damalige Papst mit dem Namen des Völkerapostels immer wieder betont hat, bewusst unter die „Norm der Väter“ (vgl. Sacrosanctum Concilium, Nr. 50). Aber die zugleich vernünftigerweise vom Konzil geforderte Anpassung an die Erfordernisse heute hat in die allseits bekannten Problemzonen geführt, jedenfalls im europäisch geprägten Umfeld. Eigentlich ist die „neue“ Messe ja traditionstreuer als die „alte“, wie P. Guy Oury OSB schon 1975 formulierte. Denn sie holt Schätze älterer Tradition herauf. Einfallstor für jedwede Kreativität in der Liturgie war wohl die zu spontane Interpretation des heutigen Kontextes. Die Kirche in der „Welt von heute“ ist aber die, die das III. Jahrtausend in den Blick nimmt, nicht bloß die Moden einer längst wieder versunkenen Popkultur zu Beginn der 1970-er Jahre.
„Duc in altum!“ Es geht wieder um das Zeugnis, um die Mission ins weite Land. Von Jugend auf war Papst Paul, der von Traditionalisten und auch Modernisten meistgeprügelte, der echten liturgischen Bewegung eng verbunden, nicht zuletzt vermittelt durch den Oratorianerpater Giulio Bevilacqua aus Brescia. Dazu hat das Istituto Paolo VI schon 1987 eine bemerkenswerte Publikation veröffentlicht. Der Konzilspapst hat die Liturgiereform auch mit derselben höchstpersönlichen Kompetenz durchgesetzt, die Papst Benedikt heute, außer in „Fachkreisen“, niemand abspricht. Weder die liturgische Bewegung noch die Liturgiewissenschaft sind letztlich normativ für den Kult der Kirche. Hier gilt a priori die „Norm der Väter“, wenn auch im Horizont der jeweiligen Epoche. Es geht aber auch heute nicht um Selbstgemachtes, sondern vorrangig um die österliche Sonntagsfeier! Deren von päpstlicher Fürsorge gestützte Wiederentdeckung könnte für uns zum Auftakt einer neuen liturgischen Bewegung werden. Das bedeutet aber nicht, dass die still gelesene „Winkelmesse“ die Massen je bewegen wird. Im Gegenteil, das tat sie nie, seit Jahrhunderten nicht mehr. Aber auch die stille Messe hat einen Ort in der Kirche, selbst wenn ihre besonders rabiaten Freunde manchmal in den Schatten eines zweifelhaften „Spätjansenismus“ geraten.
Soll man Prognosen abgeben? Der militante Traditionalismus geht seinem Ende entgegen, der militante „Liturgiemodernismus“ aber umso mehr. Der gegenwärtige Papst hat mit „Summorum pontificum“ eine notwendige Korrektur verfügt, die aber erst jetzt auf Akzeptanz hoffen kann. Die Maßnahme kommt zur richtigen Zeit, wider alle liturgischen Legenden.
So völlig unproblematisch ist es nicht, dass zu örtlichen Pluralitäten (man nehme nur das Extrembeispiel des eigenen Messbuchs für den Kongo) auch noch eine „Pluralität der Traditionsstände“ hinzutritt. Manche baten schon zu Beginn der 1970-er Jahre um mehr Toleranz für die alte Messe. Annibale Bugnini, der Manager der Liturgiereform, gesteht in seinem (deutsch 1988) publizierten Rückblick auch ein, dass man damals sogar größeres Wohlwollen erwogen habe. Aber der Widerstand der Extremen gegen die neue Messordnung war fanatisch, wahrscheinlich sogar kaum mehr christlich motiviert. Schon am 8. September 1976 fragte Jean Guitton den Papst, ob doch noch ein Zugeständnis an die Opposition möglich sei. Paul VI. antwortete aber entschieden: ''En apparence cette différend porte sur une subtilité. Mais cette messe dite de Saint Pie V., comme on le voit à Ecône, devient le symbole de la condamnation du Concile. Or, je n'accepterai en aucune circonstance que l'on condamne le Concile par un symbole. Si cette exception était acceptée, le Concile entier sera ébranlée. Et par voie de conséquence l'autorité apostolique du Concile'' (cfr. Paul VI secret, Paris 1979, S. 159 (2)).
Paul VI. hatte also erkannt, dass der Streit um das Konzil geht und die ''alte Messe'' als Kampfmittel dagegen benutzt wird, also kontraproduktiv (vgl. seine berüchtigte Predigt vom 29. Juni 1972). Heute geht es wieder um die Autorität des Konzils, aber unter neuen Aspekten. Mit der breiteren „Freigabe“ des älteren Gebrauch der römischen Liturgie (nicht nur des Messbuchs) werden jetzt wesentliche Einsichten des Konzils, dass nämlich die Christgläubigen in Fragen des Kultes nie völlig rechtlos oder anspruchslos sein können, mit sehr viel Wohlwollen auch auf die „Traditionsfreunde“ des usus antiquior ausgeweitet. Ob das Projekt letztlich funktioniert, hängt nicht zuletzt davon ab, ob auch diese den konzilsgemäß missionarisch fruchtbaren, „modernen“, paulinischen Gebrauch des römischen Ritus allmählich zu respektieren lernen. Nur wegen des Konzils, keineswegs gegen das Konzil, ist für pastorale Sondergruppen heute eine Erweiterung des Spektrums authentischer Liturgie möglich. Das gilt etwa auch für die jüngere liturgische Praxis in kleinen Gemeinschaften (insbesondere des Neokatechumenats). Die bisweilen grobe Lieblosigkeit der Altrituellen aber wäre mit weniger Entgegenkommen als im Sommer 2007 päpstlich publiziert sicherlich nicht mehr zu heilen gewesen.
Dann hätte sich diese „kleine Herde“ mehr und mehr im abseitigen Gestrüpp verfangen; teils missbraucht von „rechtgläubig“ politischer Ideologie, die (nicht immer offen) an das Weltbild eines Charles Maurras oder eines Carl Schmitt anknüpft. Zum Teil wird diese „altgläubige“ Gemeinde sui generis aber auch verführt durch die Erwähltheitsgefühle einer nur pseudo-tridentinisch „katholischen“ Identität, die nur ein gekünsteltes Konstrukt sein kann, eine neue Mutation von „Freikirche“, abseits des wirklichen Glaubenslebens der Una Sancta.
Die alte Liturgie durfte aber nicht „unter die Räuber fallen“. Denn die Messe ist das Werk Gottes für uns, wie das sakramentale Wirken Christi in unserer Mitte überhaupt, und deshalb sakrosankt. Gerade ihre Kontemplation ist als Kampfplatz um den rechten Glauben ungeeignet. Das Messopfer dient immer auch der Kommunion. Der nun eingeleitete Weg führt also hin zu einer nächsten Stufe der Liturgiereform. Das ist ganz im Sinne des heiligen Wegweisers Pius X. und zugleich auch Fortschritt im Sinne des kirchendiplomatischen Entscheiders Paul VI. Der Weg ist vielleicht doch noch viel weiter als „Papa Benedetto“ vermutet hat. Das Erwachen der Kirche in den Seelen beginnt gerade erst. Aber sein Versuch, eine „Hermeneutik des Bruchs“ auszugleichen (ja, manchmal sieht nur Petrus den Weg), ist wohl auf lange Sicht ohne überzeugende Alternative. Denn die Entwicklung der Kirchengeschichte ist, nach John Henry Newman, nicht als dialektische Evolution zu begreifen, sondern sie ist dialogisch konzipiert, development also, immer aggiornamento und approfondissement zugleich.
Der so erkannte Unterschied zu einer etwaigen „Evolutionstheorie“ der Liturgie könnte allzu subtil erscheinen, zählt aber: Zurück zu den Quellen und „zugleich“ Anpassung an die Gegenwart, das ist in der Liturgie nicht etwa angewandte Dialektik, sondern der ausgewogene Weg, trotz aller Sorgen, der einzig gangbare, jenseits vom zelebrierten Archäologismus und jenseits vom antikultischen „Journalismus“.
Übersetzungen:
ad 1.) Die neue Ordnung ist in Kraft getreten, um an die Stelle der alten zu treten, nach reiflicher Erwägung und auch in Durchführung der Regeln, die vom Zweiten Vatikanum erlassen wurde. Ohne abweichende Gründe hat Unser Vorgänger, der Hl. Pius V., mit seiner Autorität das nach dem Konzil von Trient überarbeitete Messbuch gültig herausgegeben.
ad 2.) Der Erscheinung nach beträgt der Unterschied nur eine Winzigkeit. Aber jene Messe, die man "nach Pius V." nennt, wie man das in Ecône sieht, wird zum Symbol der Verurteilung des Konzils. Nun aber weder werde ich unter gar keinem Umstand akzeptieren, dass man das Konzil mittels eines Symbols verurteilt. Wenn diese Ausnahme akzeptiert würde, wird das ganze Konzil erschüttert sein. Und in der Folge die apostolische Autorität des Konzils.
Neuer Mitstreiter
Ich freue mich, daß F. N. Otterbeck, mit dem ich inzwischen einige erhellende Email-Korrespondenzen hatte, sich bereit erklät hat, hier mitzuschreiben. In dem Sinne ein herzliches Willkommen FNO
Montag, 22. September 2008
Gedanken zu beiden Riten II
In meinen Streifzügen durch das Internet bin ich auf einen meiner Meinung nach sehr erhellenden Text von Stefan Fleischer gestoßen, einen Text, der anscheinend auch in dem von ihm geschriebenen Buch "Heiligkeit für Anfänger" (ich habe das Buch -noch- nicht) Korrektur: Es ist ein Text auf seiner Homepage, den ich Euch nicht vorenthalten will:
Zwei Formen - ein Ritus
Je mehr ich es mir überlege, desto mehr werde ich mir bewusst, welch grosses Geschenk uns Gott mit diesem Motu Proprio gemacht hat. Mir scheint, also wolle Er uns in diesem neuen Millenium auch einen neuen Blick auf Ihn eröffnen, uns sensibilisieren für Seine ganze, umfassende Grösse, für das ganze Geheimnis Seiner Unergründlichkeit.
Ausserordentliche Form
Die alte Form steht irgendwie unter dem Leitwort: "Ich bin der Herr, Dein Gott!" So verweist sie uns auf die ganze Grösse Gottes, Seine Herrlichkeit, Seine Unendlichkeit und Allmacht.Sie ist demzufolge stark auf den Opfercharakter dieses heiligen Tuns ausgerichtet. Sie ruft zu Anbetung auf und zum Nachdenken über unsere eigene Schwäche und Sündhaftigkeit. Das "domine, non sum dignus" klingt scharf und mahnend vor dem Empfang der Heiligen Kommunion. So wird dann grosser Wert auf die Form gelegt, auf die Ehre, die Gott gebührt und die allem zugewiesen wird, was mit Gott in direktem Zusammenhang steht, dem Priester, dem Altar, dem Kelch und der Patene et cetera. Auch die peinliche Sorgfalt im Umgang mit den Heiligen Gestalten ergibt sich aus dieser Haltung: "Du bist der Herr, mein Gott!"
Ordentliche Form
Der neuen Form liegt mehr das Wort zu Grunde: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen." Sie verweist uns auf die ganze Nähe Gottes, Seine Liebe zu uns und die Sorge für Sein am Kreuz erworbenes, heiliges Volk. So steht denn eher der Mahlcharakter dieser Liturgie im Vordergrund. Das "sed tantum dic verbo" ruft zum Vertrauen auf Seine Barmherzigkeit auf. Und dieses Vertrauen will uns in eine "Vertrautheit" mit Gott führen, seine Freundschaft spüren lassen, uns einladen Ihn ganz ins Zentrum unseres Lebens und unserer Gemeinschaft zu stellen.
Ein Ritus
Diese zwei, auf den ersten Blick so verschiedenen Formen, zu denen man noch viel sagen könnte, bilden nun einen einzigen Ritus. Wir dürfen und müssen lernen, in beiden Formen die je spezifische Spiritualität zu leben. Wir sind aber auch gefordert, in unserem Leben nun bewusst beides zusammen zu führen, die Grösse Gottes nicht zu vergessen, wenn wir seine Nähe betrachten, Seine Gerechtigkeit zu "fürchten" wenn wir auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Oder anders ausgedrückt, wir dürfen und müssen uns immer mehr jener "Widersprüchlichkeit" Gottes bewusst werden, die natürlich nur für unsere beschränkte Wahrnehmung widersprüchlich scheint, in Tat und Wahrheit aber ein Ganzes bildet, das uns in jeder Beziehung massiv übersteigt.
Damit beginnt ein Sinn der oft schmerzhaften Entwicklung der letzten Jahrzehnte aufzuleuchten. Gott ist mehr, Gott ist grösser als alles, was wir uns vorstellen können. Und genau deshalb ist er uns auch näher, als wir es je ahnen werden. Wir sollen lernen, uns aus Fixierungen auf Teilaspekte der Wahrheit zu lösen und immer mehr uns bemühen, dem ganzen Gott, der allein der wahre Gott sein kann, zu begegnen. Wir sind gerufen unser ganzes Leben mit Ihm, in Ihm und auf Ihn hin zu leben. So werden wir in jeder Situation unseres Lebens, in Freud und Leid, in Not und Überfluss, im Hochgefühl und in der Trockenheit, ja selbst in Sünde und Schuld, diesen Gott erfahren, der sich genau um mich kümmert, aber gleichzeitig sich auch jedem anderen Menschen ohne Ausnahme, ja seiner ganzen Schöpfung, in gleicher Weise zuwendet.
Das kann dann ein Ansatz werden, in dem sich beide Formen behutsam annähern, bis sie letztendlich in jene himmlische Liturgie einmünden, in der wir Gott so feiern werden, wie Er tatsächlich ist.
Original habe ich den Text hier gefunden.
Eine wichtige Sache würde ich ergänzen: Die ordentliche Form des Neuen Ritus betont den Opfermahlscharakter. Das ist ein Unterschied zu einem diffusen Mahlscharakter. Und sicherlich kann man nicht sagen, daß die außerordentliche Form den Opfermahlscharakter nicht kenne oder umgekehrt die ordentliche den Opfercharakter nicht. Jedoch ist der Schwerpunkt ein anderer.
An dieser Stelle als kleines btw. sei übrigens erwähnt, daß ich mich in Zukunft bemühen werde, einmal im Monat einer Messe in der außerordentlichen Form beizuwohnen. Was auch heißen kann, nette Leute und Mitglieder der Chorschola dort zu treffen.
Zwei Formen - ein Ritus
Je mehr ich es mir überlege, desto mehr werde ich mir bewusst, welch grosses Geschenk uns Gott mit diesem Motu Proprio gemacht hat. Mir scheint, also wolle Er uns in diesem neuen Millenium auch einen neuen Blick auf Ihn eröffnen, uns sensibilisieren für Seine ganze, umfassende Grösse, für das ganze Geheimnis Seiner Unergründlichkeit.
Ausserordentliche Form
Die alte Form steht irgendwie unter dem Leitwort: "Ich bin der Herr, Dein Gott!" So verweist sie uns auf die ganze Grösse Gottes, Seine Herrlichkeit, Seine Unendlichkeit und Allmacht.Sie ist demzufolge stark auf den Opfercharakter dieses heiligen Tuns ausgerichtet. Sie ruft zu Anbetung auf und zum Nachdenken über unsere eigene Schwäche und Sündhaftigkeit. Das "domine, non sum dignus" klingt scharf und mahnend vor dem Empfang der Heiligen Kommunion. So wird dann grosser Wert auf die Form gelegt, auf die Ehre, die Gott gebührt und die allem zugewiesen wird, was mit Gott in direktem Zusammenhang steht, dem Priester, dem Altar, dem Kelch und der Patene et cetera. Auch die peinliche Sorgfalt im Umgang mit den Heiligen Gestalten ergibt sich aus dieser Haltung: "Du bist der Herr, mein Gott!"
Ordentliche Form
Der neuen Form liegt mehr das Wort zu Grunde: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen." Sie verweist uns auf die ganze Nähe Gottes, Seine Liebe zu uns und die Sorge für Sein am Kreuz erworbenes, heiliges Volk. So steht denn eher der Mahlcharakter dieser Liturgie im Vordergrund. Das "sed tantum dic verbo" ruft zum Vertrauen auf Seine Barmherzigkeit auf. Und dieses Vertrauen will uns in eine "Vertrautheit" mit Gott führen, seine Freundschaft spüren lassen, uns einladen Ihn ganz ins Zentrum unseres Lebens und unserer Gemeinschaft zu stellen.
Ein Ritus
Diese zwei, auf den ersten Blick so verschiedenen Formen, zu denen man noch viel sagen könnte, bilden nun einen einzigen Ritus. Wir dürfen und müssen lernen, in beiden Formen die je spezifische Spiritualität zu leben. Wir sind aber auch gefordert, in unserem Leben nun bewusst beides zusammen zu führen, die Grösse Gottes nicht zu vergessen, wenn wir seine Nähe betrachten, Seine Gerechtigkeit zu "fürchten" wenn wir auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Oder anders ausgedrückt, wir dürfen und müssen uns immer mehr jener "Widersprüchlichkeit" Gottes bewusst werden, die natürlich nur für unsere beschränkte Wahrnehmung widersprüchlich scheint, in Tat und Wahrheit aber ein Ganzes bildet, das uns in jeder Beziehung massiv übersteigt.
Damit beginnt ein Sinn der oft schmerzhaften Entwicklung der letzten Jahrzehnte aufzuleuchten. Gott ist mehr, Gott ist grösser als alles, was wir uns vorstellen können. Und genau deshalb ist er uns auch näher, als wir es je ahnen werden. Wir sollen lernen, uns aus Fixierungen auf Teilaspekte der Wahrheit zu lösen und immer mehr uns bemühen, dem ganzen Gott, der allein der wahre Gott sein kann, zu begegnen. Wir sind gerufen unser ganzes Leben mit Ihm, in Ihm und auf Ihn hin zu leben. So werden wir in jeder Situation unseres Lebens, in Freud und Leid, in Not und Überfluss, im Hochgefühl und in der Trockenheit, ja selbst in Sünde und Schuld, diesen Gott erfahren, der sich genau um mich kümmert, aber gleichzeitig sich auch jedem anderen Menschen ohne Ausnahme, ja seiner ganzen Schöpfung, in gleicher Weise zuwendet.
Das kann dann ein Ansatz werden, in dem sich beide Formen behutsam annähern, bis sie letztendlich in jene himmlische Liturgie einmünden, in der wir Gott so feiern werden, wie Er tatsächlich ist.
Original habe ich den Text hier gefunden.
Eine wichtige Sache würde ich ergänzen: Die ordentliche Form des Neuen Ritus betont den Opfermahlscharakter. Das ist ein Unterschied zu einem diffusen Mahlscharakter. Und sicherlich kann man nicht sagen, daß die außerordentliche Form den Opfermahlscharakter nicht kenne oder umgekehrt die ordentliche den Opfercharakter nicht. Jedoch ist der Schwerpunkt ein anderer.
An dieser Stelle als kleines btw. sei übrigens erwähnt, daß ich mich in Zukunft bemühen werde, einmal im Monat einer Messe in der außerordentlichen Form beizuwohnen. Was auch heißen kann, nette Leute und Mitglieder der Chorschola dort zu treffen.
Mittwoch, 17. September 2008
"Insatiable"
Cardinal: Some not satisfied even after pope's Tridentine Mass decree
Ein Bonmot sagt "Wenn man ihnen den kleinen Finger gibt, wollen sie gleich die ganze Hand" Da der Finger beileibe nicht klein war, fragt man sich, was diese Herren alles wollen... jedenfalls verbreiten sie nur Unfrieden und Verwirrung. Und da diabolos Verwirrer bedeutet, gehen bei solchen Mitbrüdern bei mir immer die Alarmglocken an.
Ich bin froh, daß viele Verfechter des "Alten Ritus" wirklich gute Menschen sind, die nicht dermaßen unersättlich sind.
Ein Bonmot sagt "Wenn man ihnen den kleinen Finger gibt, wollen sie gleich die ganze Hand" Da der Finger beileibe nicht klein war, fragt man sich, was diese Herren alles wollen... jedenfalls verbreiten sie nur Unfrieden und Verwirrung. Und da diabolos Verwirrer bedeutet, gehen bei solchen Mitbrüdern bei mir immer die Alarmglocken an.
Ich bin froh, daß viele Verfechter des "Alten Ritus" wirklich gute Menschen sind, die nicht dermaßen unersättlich sind.
Dienstag, 16. September 2008
The Ottaviani Pizza Intervention
Hach, das ist sogar mal Humor von Liebhabern der außerordentlichen Form, wie ich ihn schätze! Natürlich Shrine of the Holy whapping .
Schön auch der Kommentar von Matthew: ...guaranteed to offend as many people as possible--Traditionalists, Progressives, Reform of the Reformists, Deep Dish Lovers, and New York pizza enthusiasts... Or perhaps make them all laugh a little at themselves!
Also ich mußte lachen :)
Schön auch der Kommentar von Matthew: ...guaranteed to offend as many people as possible--Traditionalists, Progressives, Reform of the Reformists, Deep Dish Lovers, and New York pizza enthusiasts... Or perhaps make them all laugh a little at themselves!
Also ich mußte lachen :)
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